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news · 3 min Lesezeit

Google und Constellation planen 890 Megawatt zusätzliche Kernkraft im PJM-Netz

Ein 20-jähriger Stromabnahmevertrag soll Modernisierungen an elf Reaktorblöcken finanzieren. Die Unternehmen nennen einen Zeitplan bis 2032 und verbinden den Ausbau mit Gemini-Agenten für Planung, Bau und Anlagenbetrieb.

Flächenplakat: Ein bestehendes Kernkraftwerk aus Kühlturm und Reaktorkuppel in Navy, an das sich ein smaragdgrüner Block in drei ansteigenden Stufen anschließt; daneben ein kleines lavendelfarbenes Quadrat.
Google und Constellation planen 890 Megawatt zusätzliche Kernkraft im PJM-Netz. Ein 20-Jahres-Vertrag finanziert Modernisierungen an elf Reaktorblöcken, schrittweise bis 2032.
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Google und Constellation Energy haben am 6. Oktober 2026 einen Stromabnahmevertrag mit 20 Jahren Laufzeit angekündigt. Laut Constellation soll er 890 Megawatt zusätzliche Kernkraftkapazität für das US-Stromnetz PJM ermöglichen. Neue Reaktoren sind dafür nicht vorgesehen: Die Leistung soll durch Modernisierungen bestehender Anlagen entstehen.

Mehr Leistung aus bestehenden Reaktorblöcken

Nach Angaben von Constellation finanziert das Power Purchase Agreement neue Ausrüstung für elf Reaktorblöcke an sechs Standorten in Illinois, Pennsylvania und New Jersey. Google nennt dafür Arbeiten an Turbinen, Dampferzeugern und digitaler Leittechnik. Beide Unternehmen vergleichen die zusätzlichen 890 Megawatt mit der Leistung eines großen neuen Reaktors.

Constellation beziffert die geplanten Investitionen auf mehr als 4,3 Milliarden Dollar. Das Programm soll nach Unternehmensangaben rund 4.400 bestehende Arbeitsplätze sichern und während der Bauphase etwa 7.200 weitere schaffen.

Hinzu kommt laut Constellation ein Vertrag über 15 Jahre für 2.700 Megawatt aus der vorhandenen Kraftwerksflotte. Er soll den Weiterbetrieb dieser Kapazitäten wirtschaftlich absichern.

Die zusätzliche Leistung kommt schrittweise

Constellation erwartet laut Mitteilung eine Leistungserhöhung bis 2028. Google stellt die vollständigen 890 Megawatt für die Zeit vor Ende 2032 in Aussicht.

Kurzfristig ändert sich wenig.

Für Google vergrößert die Vereinbarung vor allem das langfristig abgesicherte Stromangebot. Der Konzern gibt an, mit Verträgen für Leistungserhöhungen und Wiederinbetriebnahmen inzwischen mehr als 1,5 Gigawatt zusätzliche Kernkraftkapazität in den USA ermöglicht zu haben. Da Google als langfristiger Abnehmer auftritt, sollen die Kosten nach Darstellung des Unternehmens nicht auf andere Stromkunden verlagert werden.

Gemini soll Planung und Betrieb unterstützen

Parallel zum Stromvertrag erweitern die Unternehmen laut Constellation ihre Technologiepartnerschaft mit Google Cloud um fünf Jahre. Gemini Enterprise soll über agentische Workflows in operative Prozesse eingebunden werden.

Constellation nennt drei Einsatzbereiche: Standortwahl, Lastflussmodellierung sowie Genehmigungs- und Netzanschlussplanung; Zustandsüberwachung und Revisionsplanung; außerdem den Schutz von OT-Netzen, die nach Unternehmensangaben häufig vom Internet getrennt sind.

Für Entwickler und Plattformteams liegt hier die offene Frage des Deals. Die Software soll Prozesse in einem stark regulierten Umfeld unterstützen, doch keine der beiden Mitteilungen nennt Zielwerte für Zeitgewinn, Prognosegüte oder Fehlerquoten. Ebenso fehlt eine belastbare Zusage, dass Gemini den Zeitplan der Leistungserhöhungen verkürzt oder absichert.

Daran muss sich die Vereinbarung messen lassen

Für den Energieteil gibt es einen klaren Prüfpunkt: Nach Constellations Zeitplan soll bis 2028 zusätzliche Leistung verfügbar werden; Google erwartet den vollständigen Ausbau vor Ende 2032. Entscheidend ist damit nicht das angekündigte Investitionsvolumen, sondern die tatsächlich in das PJM-Netz eingespeiste Mehrleistung.

Für die Gemini-Workflows fehlt bislang ein vergleichbarer Maßstab. Mindestens nötig wären veröffentlichte Kennzahlen zu Planungsdauer, Anlagenverfügbarkeit oder vermiedenen Verzögerungen. Ohne solche Werte bleibt offen, ob die agentischen Systeme einen messbaren Beitrag leisten oder vor allem die Technologiepartnerschaft begleiten.

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