ChatGPT Work bekommt einen Cloud-Browser für angemeldete Websites
ChatGPT Work führt Aufgaben auf angemeldeten Websites in einem Cloud-Browser fort. Ein Praxistest zeigt Grenzen bei Logins und CAPTCHAs.
ChatGPT Work erhält einen Browser in der Cloud
OpenAI hat ChatGPT Work einen eigenen Browser auf einem separaten Computer in der Cloud gegeben; MacStories datiert die Einführung auf den 19. September. Er liest Webseiten, klickt Buttons, füllt Formulare aus und arbeitet auf unterstützten öffentlichen sowie angemeldeten Websites.
Die Sitzung läuft weiter, auch wenn du die Unterhaltung verlässt oder den Rechner ausschaltest, und sie pausiert laut OpenAI erst dann, wenn Eingabe, Anmeldung oder Bestätigung nötig sind. Auswählen musst du nichts. ChatGPT entscheidet selbst, ob eine verbundene App, ein Plugin, der Cloud-Browser oder eine Kombination davon zum Einsatz kommt.
Verfügbar ist die Funktion in ChatGPT Work auf kostenpflichtigen Plänen in unterstützten Regionen, ausgenommen Free und Go. OpenAI weist darauf hin, dass die Verfügbarkeit während des Rollouts schwanken und von Workspace-Berechtigungen abhängen kann.
Zugangsdaten bleiben außerhalb des Modells
Der sensibelste Teil betrifft die Anmeldung. Zugangsdaten, die du über das sichere Formular eingibst, gehen laut OpenAI direkt an den entfernten Browser; Benutzername und Passwort sind für das Modell nicht sichtbar und werden nach Angaben von OpenAI auch nicht gespeichert. Vor der Anmeldeaufforderung prüft zusätzlich ein Review-Modell, wohin die Daten fließen und ob Anzeichen für Phishing vorliegen.
Vor Aktionen, die schwer rückgängig zu machen sind oder finanzielle, rechtliche, kontobezogene oder andere reale Verpflichtungen erzeugen, soll ChatGPT eine Bestätigung verlangen. Der Agent arbeitet also durch, bis eine Entscheidung mit Folgen ansteht. Dann bist du dran.
Im Praxistest bleibt die Hand am Browser
Der Test von MacStories setzt der versprochenen Delegation klare Grenzen. Logins funktionierten dort auf dem iPhone, während der Cloud-Browser in Safari auf dem Mac gar nicht lief. Einige Websites verhinderten die Anmeldung durch Schutzmaßnahmen, und wenn der Agent zur manuellen Übernahme aufforderte, froren nach Angaben des Autors zeitweise die Oberfläche oder die Login-Panels ein.
Bei Apples Affiliate-Dashboard musste der Autor die Bedienung selbst übernehmen, um ein CAPTCHA zu lösen. Das gelang nach mehreren Versuchen. Danach rief der Agent die angeforderten Daten ab und analysierte sie wie gewünscht.
Damit trennen sich zwei Phasen sauber voneinander: Hinter einem erfolgreichen Login erledigt der Agent eine angeforderte Auswertung zuverlässig, doch Anmeldung, CAPTCHA und Übergabe bleiben die Stellen, an denen der Ablauf reißt. Als unbeaufsichtigter Ersatz für die eigene Bedienung taugt der Cloud-Browser deshalb noch nicht. Aktionen mit Geld-, Konto- oder Rechtsfolgen sollten weiterhin eine bewusste Bestätigung bekommen; auch das Ergebnis gehört im Zielsystem geprüft.
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